Zigaretten und Fitness: Die Auswirkungen von Nikotin auf den Muskelaufbau

Die Gefahren für Gesundheit und Wohlbefinden bei regelmäßigem Tabakkonsum sind allseits bekannt – und die Liste der unerwünschten Nebenwirkungen des Rauchens ist lang: Beeinträchtigung der Lungenfunktion, Gefäßverkalkung, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Hirnschlag, vorgealterte Haut, Krebs und Impotenz sind nur ein paar der möglichen Schlagworte in diesem Zusammenhang. Nun kommt zu dieser Liste an Krankheiten ein neuer Aspekt hinzu. Neuesten Forschungsergebnissen zufolge lässt Rauchen nämlich die Muskeln schwinden. Die Wissenschaftler geben unter anderem dem Enzym Myostatin, einem Regulator der Muskelproteinsynthese, Schuld an der Hemmung des Muskelaufbaus bei Rauchern.

Rauchen schädlich für die Muskeln?

[hr] Ein effektives Krafttraining mit der Trainingszielsetzbereichung Muskelstraffung oder Muskelaufbau basiert auf einem leistungsfähigen Herzkreislaufsystem. Zwar wird beim Krafttraining primär die Muskulatur beansprucht, doch kann diese nur ihre volle Leistungsfähigkeit ausspielen, wenn sie optimal über den Blutweg mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Und dafür ist nun mal das Herzkreislaufsystem verantwortlich. Des Weiteren geht ein leistungsfähiges Herzkreislaufsystem immer mit einem wesentlich besseren Regenerationsvermögen einher. D.h., der Körper kann sich während der Trainingseinheit zwischen den einzelnen Sätzen sowie zwischen den einzelnen Trainingseinheiten wesentlich schneller und besser erholen. Dadurch können in einer Trainingseinheit die Trainingssätze mit einer hohen Intensität bei relativ geringer Pausendauer zwischen den einzelnen Trainingssätzen durchgeführt werden. Insofern sollte man sich als rauchender Kraftsportler darüber im Klaren sein, dass man bedingt durch den Zigarettengenuss niemals sein volles Leistungspotential abrufen kann.

Rauchen schädlich für Ausdauer?

[hr] Beim Ausdauertraining wirkt sich das Rauchen unmittelbar leistungslimitierend aus. Und zwar unabhängig davon, ob das Trainingsziel “Fettabbau“ oder “Herzkreislauftraining“ lautet. Schließlich hängt die erfolgreiche Umsetzung beider Trainingsziele davon ab, wie viel Sauerstoff der Körper in der Lunge aufnehmen und über das Blut zur Muskulatur transportieren kann. Eine optimale Ausdauerleistungsfähigkeit sowie ein optimal funktionierender Fettstoffwechsel sind dementsprechend mit dem Genuss von Tabak bzw. Zigaretten nicht zu vereinbaren.
Das in der Praxis häufig praktizierte Rauchen zur Unterstützung des Trainingsziels “Fettabbau“ ist also nicht nur gesundheitlich schädlich, sondern auch kontraproduktiv.
Um Fett in Energie umzuwandeln, benötigt der Körper in der Arbeitsmuskulatur besonders viel Sauerstoff. Durch die, bedingt durch das Rauchen, herabgesetzte Leistungsfähigkeit des Herzkreislaufsystems, ist aber genau das nicht gewährleistet. Rauchen fördert zwar eine Reduzierung des Körpergewichts, allerdings ohne nennenswert Fett abzubauen. Vielmehr führt das Rauchen primär zum Verlust von wertvollem Körpereiweiß, was sich nochmals gesundheitlich negativ auswirkt.

Nikotin: Auswirkung auf die Ernährung

[hr] Dem Rauchen liegen oft Stress bedingte Ursachen zu Grunde. Stress wiederum geht häufig mit einer mangelhaften bzw. unzureichenden Ernährung einher. Da durch den Tabakkonsum jedoch ein wesentlich höherer Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen entsteht, wiegt die Kombination aus Stress und Rauchen doppelt schwer. Die ohnehin schon schlechte Nährstoffversorgung wird durch das Rauchen noch potenziert. An einen sportlichen Trainingserfolg ist bei einer solchen Konstellation kaum noch zu denken. Gerade Raucher sollten also auf eine optimal abgestimmte Ernährung achten und dabei unbedingt berücksichtigen, dass bei ihnen ein erhöhter Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen vorliegt.

Nikotin: Auswirkung auf die Muskulatur

[hr] Die Forschung hat schon lange festgestellt, dass Raucher tendenziell weniger Muskelmasse vorweisen können als ihre nicht rauchenden Altersgenossen. Bis jetzt war jedoch die genaue Ursache dafür nicht bekannt. Eine Gruppe von Wissenschaftlern konnte diese Frage in einer kürzlich veröffentlichten Studie möglicherweise beantworten. Demnach beeinflusst Rauchen die Synthese von Muskelproteinen negativ.
Für die Studie untersuchten die Forscher insgesamt 16 weibliche und männliche Probanden.
Alle teilnehmenden Personen glichen sich in Lebensstil, körperlicher Aktivität, BMI und Alter (ca. 65 Jahre). Es gab nur einen Unterschied: Die eine Hälfte rauchte seit mehr als 20 Jahren über 20 Zigaretten pro Tag, die anderen waren allesamt Nichtraucher. In der Raucher- und Nichtrauchergruppe befanden sich jeweils vier Männer und vier Frauen. Allen Teilnehmern wurde eine Infusionslösung mit der radioaktiv markierten Aminosäure Leucin verabreicht. Aminosäuren sind wichtige Baustoffe für die Muskulatur, es werden ständig Aminosäuren eingebaut und abgebaut. Die Bilanz über einen gewissen Zeitraum entscheidet letztlich, ob Muskulatur dazukommt oder schwindet: Werden mehr Aminosäuren eingebaut, als abgebaut werden, wächst der Muskel. Umgekehrt nimmt er an Größe ab. Mittels des radioaktiv markierten Leucins konnte festgestellt werden, ob und wieviel Aminosäuren in die Muskulatur eingebaut werden. Die dafür nötigen Gewebeproben wurden vor und nach Verabreichung der Infusionslösung entnommen. Daneben wurden aus den Muskelbiopsien eine Reihe weiterer Faktoren, wie etwa die Aktivität von Myostatin oder Entzündungsparameter wie TNF (Tumor Nekrose Faktor), bestimmt. Je aktiver Myostatin ist, desto mehr wird der Muskelaufbau gehemmt. Es zeigte sich, dass in der Rauchergruppe...
  1. erheblich weniger Leucin in die Muskeln eingebaut wurde und
  2. die Aktivität von Myostatin deutlich gesteigert war
Auch die Genaktivität von MAFBx, welches für den Abbau von Muskelprotein sorgt, war bei Rauchern höher als bei Nichtrauchern. Somit konnte gezeigt werden, dass Rauchen die Muskelproteinsynthese negativ beeinflusst, indem der Einbau von Aminosäuren gehemmt und der Abbau forciert wird. Über einen längeren Zeitraum geht über diese Mechanismen schleichend immer mehr Muskulatur verloren.

Zusammenfassung

[hr] Rauchen und Sport passen einfach nicht zusammen. Zwar kann durch eine Trainingskombination aus Kraft- und Ausdauertraining in Verbindung mit einer angepassten Ernährungsstrategie die durch das Rauchen verursachte Gesundheitsbelastung etwas reduziert werden, ein optimaler sportlicher Erfolg wird einem Raucher jedoch immer verwehrt bleiben. Im Sinne der Gesundheit und eines optimalen Trainingserfolgs ist es daher am besten, komplett auf das Rauchen zu verzichten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ab und zu mal Shisha rauchen und passiv rauchen den Aufbau nicht behindern. Kenne auch genug Kerle die rauchen und gute Körper haben. Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass man seinem Körper gesundheitlich keinen Gefallen tut, egal was oder wie geraucht wird. Gerne würde ich deine Meinung dazu hören. Viel Spaß und Erfolg im Training!