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Können auch Extremsportler in die Private Krankenversicherung wechseln?

 

Sport hält gesund und fit. Was, wenn aber genau Sport der Grund einer Verletzung ist? Gerade der Nervenkitzel wirkt anziehend. Motocross und Downhill sind nur zwei Sportarten, in denen es schnell heftig zur Sache geht. Und bei denen es durchaus ein erhöhtes Verletzungsrisiko gibt. Wie sieht es hier mit der Kostenerstattung für die Behandlung aus? Müssen Privatversicherte an dieser Stelle vielleicht damit rechnen, dass sie auf Kosten sitzen bleiben? Operationen nach einem Sportunfall sind teuer. Geld, das sicher niemand einfach aus der eigenen Tasche wird stemmen wollen. Wer im Sport volles Risiko geht, muss die Voraussetzungen für eine PKV prüfen.

PKV und Sport: In Deutschland gilt die Versicherungspflicht

In verschiedenen Versicherungszweigen spielen die Hobbys tatsächlich eine Rolle. So kann es bei der BU-Versicherung oder der Suche nach einer privaten Unfallversicherung tatsächlich passieren, nur wegen einer riskanten Sportart deutliche Risikozuschläge oder die Ablehnung in Kauf nehmen zu müssen. Auf der anderen Seite ist die Krankenversicherung einer der wenigen Bereiche mit Versicherungspflicht.

Hintergrund: Diese wurde 2009 eingeführt. Seitdem muss eigentlich jeder in Deutschland eine private oder gesetzliche Krankheitskostenvollversicherung abschließen. Für die Versicherer bedeutet dies: Es gibt einen Kontrahierungszwang. Antragsteller kann ein Versicherer nicht einfach pauschal wegen des Risikos Sport ablehnen. Zumindest der Basistarif muss angeboten werden.

Wie bekommen die Versicherer überhaupt davon Wind, dass Antragsteller ein gefährliches Hobby haben. Nach dem Versicherungsvertragsgesetz ist es Assekuranzen gestattet, Fragen zu den versicherten Risiken zu stellen. In der Privaten Krankenversicherung ist dieser Punkt vor allem im Bereich der Gesundheitsfragen relevant. Die Hobbys spielen hier kaum eine Rolle bzw. wird in den Bögen zur Antragstellung dazu eher selten nachgehakt. Gesundheitsfragen legen den Fokus eher auf den Gesundheitszustand.

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Nicht jeder kann zur PKV wechseln

Neben der Tatsache, dass Vorerkrankungen und frühere Verletzungen den Wechsel in die Private Krankenversicherung deutlich erschweren, gibt es noch einen Grund für das Scheitern eines Eintritts in die PKV. In Deutschland gilt für einen breiten Personenkreis die Pflicht zum Eintritt in die GKV. Hiervon sind unter anderem Arbeitnehmer und Studenten betroffen. Grob reden wir an dieser Stelle von 90 Prozent der Bevölkerung.

In einen privaten Tarif kann nur einsteigen, wer gewisse Rahmenbedingungen erfüllt. Hierzu gehören Selbständige oder Beamte. Angestellte werden versicherungsfrei, wenn sie die JAEG erreichen. Dahinter verbirgt sich die Jahresarbeitsentgeltgrenze. Dieses Einkommen ist Grundvoraussetzung, um überhaupt als Beschäftigter eine Chance auf den Wechsel in die PKV zu haben. Diese Grenze wird regelmäßig angepasst. Aktuell liegt dieser Betrag bei 5.362,50 Euro im Monat. Hieraus ergeben sich 64.350 EUR für das Kalenderjahr.

Gesundheitsfragen: Hier immer ehrlich antworten

Angesichts der Aussicht, durch Gesundheitsfragen Ausschlüsse bei Leistungen oder einen höheren Beitrag hinnehmen zu müssen, könnte der eine oder andere Antragsteller in die Trickkiste greifen wollen. Hiervon ist in jedem Fall sehr dringend abzuraten. Hintergrund: Über das VVG haben Versicherungsgesellschaften umfassende Rechte. Sollte tatsächlich eine Gesundheitsfrage in voller Absicht falsch beantwortet werden, kann der Versicherer einige Register ziehen. Leistungsfreiheit und die Möglichkeit, aus dem Vertrag wieder auszusteigen, sind in jedem Fall sehr bittere Erfahrungen.

Fazit: PKV kann nicht einfach Antrag ablehnen

Private Versicherer können einen Antrag auf Versicherungsschutz nicht einfach ablehnen – nur, weil dem Unternehmen das Hobby nicht passt. Gerade die Einführung der Versicherungspflicht macht sich hier bemerkbar. Auf die leichte Schulter sollte trotzdem niemand – auch als Extremsportler nicht – die Gesundheitsfragen nehmen. Hier sind korrekte Antworten gefragt. Andernfalls besteht immer die Gefahr, dass Versicherer ganz andere Register ziehen. Und dem wird sich kein Privatpatient leichtfertig aussetzen wollen.