Wenn das Training zur Sucht wird. Wie Sie die Anzeichen einer Sport- bzw. Fitnesssucht erkennen

Sport und Fitness Training ist für viele Menschen ein fester Bestandteil ihres Lebens. Doch genau wie ein Mensch von Betäubungsmitteln oder Alkohol abhängig werden kann, ist es auch denkbar das man ein Suchtverhalten für Sport entwickelt. Das hört sich vielleicht utopisch an, doch es ist ein Problem das man selten selbst erkennt. Man spricht hier dann von Sportsucht oder Fitnessucht. Wie entwickelt man eine so genannte Sportsucht? Was man unter diesem Begriff versteht und wie Sie die Anzeigen einer Sucht nach Training und mehr Muskeln erkennen, erläutere ich in diesem Beitrag.

Was ist eine Sportsucht (Fitnesssucht) bzw. Muskelsucht?

Bei der so genannten Sportsucht (auch Fitnesssucht) handelt es sich um eine zumeist nichtstoffliche Sucht, die unter den Oberbegriff Verhaltenssucht fällt, aber nicht als eigenständige medizinische Diagnose gilt. Betroffene leiden unter dem inneren Zwang, sich sportlich zu betätigen, ohne jedoch Wettkampfambitionen zu haben. In den USA ist der Begriff seit Mitte der 1990er Jahre bekannt. Wie alle Verhaltenssüchte wurde auch die Sportsucht (Fitnesssucht) bisher nicht psychische Störung international anerkannt. Bei einem Teil der Sportsüchtigen die unter Sportsucht (Fitnesssucht) leiden kann gleichzeitig eine Essstörung vorliegen. In diesen Fällen dient intensives Trainieren vor allem dazu, das Körpergewicht zu reduzieren um ein bestimmtes Figurideal zu erreichen. Bei Männern ist auch der zwanghafte Wunsch immer mehr Muskelmasse aufzubauen als Muskelsucht bekannt. Psychologen schätzen, dass in Deutschland etwa ein Prozent der Bevölkerung von Sportsucht (Fitnesssucht) betroffen ist.

Wie entsteht eine Sportsucht (Fitnesssucht) bzw. Muskelsucht?

Für die Entstehung von Sportsucht (Fitnesssucht) gibt es mehrere wissenschaftliche Erklärungsansätze. Auf der psychischen Ebene kann Leistungssport dazu dienen, das Selbstbewusstsein zu steigern, Misserfolge in anderen Bereichen zu kompensieren und der Bewältigung von Problemen auszuweichen. Die völlige körperliche Erschöpfung wird häufig angestrebt und als Erfolgserlebnis gewertet. Ein anderer Erklärungsansatz betont die Bedeutung der körpereigenen Hormonproduktion. Bei intensiver sportlicher Betätigung schüttet der Körper verstärkt Endorphine aus, die den Organismus im Extremfall in einen Rauschzustand versetzen können. Langstreckenläufer bezeichnen diesen Zustand als Runner's High. Auch ein Zusammenhang mit den aktuellen Idealen in den westlichen Leistungsgesellschaften wird angesprochen. Leistung hat einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und ist positiv konnotiert, hinzu kommen die vorherrschenden Schönheitsideale, die sich zunehmend auch auf Männer beziehen. Merkmale für das Vorliegen einer Sportsucht (Fitnesssucht) sind nach Angaben von Sportpsychologen:
  • Ausdauersport ist ein zentraler Lebensinhalt
  • bei erzwungenem Verzicht auf Sport treten körperliche Symptome wie Nervosität und Magenschmerzen auf oder psychische wie Schuldgefühle oder Depressionen
  • die Belastung wird kontinuierlich gesteigert
  • der Drang zu trainieren wird als innerer Zwang erlebt
  • körperliche Warnsignale vor Überlastung werden ignoriert
  • es wird auch bei Verletzungen weiterhin trainiert
  • soziale Kontakte werden wegen des Sports vernachlässigt oder aufgegeben
Ständige Überlastung des Körpers über Jahre führt zur Schwächung des Immunsystems und zu Schäden an Gelenken, Knochen, Sehnen und Bändern. In Verbindung mit Magersucht oder Bulimie treten weitere gesundheitliche Schäden auf. Sport ist ein wunderbares Hobby. Doch man sollte bewusst auf seinen Körper achten, auch beim Muskelaufbau und Sixpack Training, um die Anzeichen einer Sportsucht (Fitnesssucht) zu erkennen. Wer ständig einem Schönheitsideal hinterher läuft und seinen Bauch bzw. Muskeln noch nicht gut genug findet, wird zwangsläufig Verletzungen, Depressionen oder im schlimmsten Fall eine Sportsucht (Fitnesssucht) davontragen. Also lasst es ruhig angehen und besinnt euch auf das Wesentliche! Viel Spaß und Erfolg beim Training!